Das 360° Journalist:innen Traineeship ist ein einjähriges Praxisprogramm für Journalist:innen. 

Die Teilnehmer:innen sind bei der Wiener Zeitung GmbH angestellt und werden nach dem Journalist:innen-Kollektivvertrag bezahlt. Während des Programms arbeiten sie jeweils rund vier Monate in drei unterschiedlichen Redaktionen österreichischer oder deutscher Partnermedien. 

Etwa 85 Prozent der Zeit verbringen die Trainees in Redaktionen. Rund 15 Prozent entfallen auf Workshops, unter anderem zu journalistischem Handwerk, Medienrecht, wirtschaftlichen Grundlagen, Technologie und Innovation. 

Die Mediengruppe übernimmt dabei die Rolle der Dienstgeberin und organisiert das Programm. Die journalistische Arbeit während der Entsendungen liegt ausschließlich in der Verantwortung der jeweiligen Partnerredaktion. 

Alle Medien-Kooperationspartner sind Mitglieder des gemäß § 4 Abs. 4 WZEVI-Gesetz eingerichteten Beirats, des sogenannten 360° Traineeship-Beirats. Die teilnehmenden Medienunternehmen werden auf der Website des Programms veröffentlicht.  

Die Grundlage für die Arbeit des Beirats bildet eine eigene Geschäftsordnung. Darin sind insbesondere die Kriterien für die Aufnahme neuer Kooperationspartner sowie die Grundzüge des mehrstufigen Auswahlverfahrens für die Trainees festgelegt.  

Die ursprünglich beteiligten Medienunternehmen waren in die Ausarbeitung dieser Geschäftsordnung umfassend eingebunden und konnten Änderungs- und Ergänzungsvorschläge einbringen. Ihre Anmerkungen und Empfehlungen wurden rechtlich geprüft und, soweit möglich, berücksichtigt. Damit haben die Kooperationspartner die zentralen Regeln und Auswahlkriterien des Programms von Beginn an mitgestaltet.  

Die jeweils gültige Fassung der Geschäftsordnung ist auf der Website des 360° Journalist:innen Traineeships veröffentlicht und jederzeit öffentlich einsehbar. 

Das Traineeship wird aus den Mitteln des Media Hub Austria finanziert. 

Es gibt im WZEVI-Gesetz keinen eigenen, separat festgelegten Bundesbetrag nur für das 360° Traineeship. Das jährliche Budget wird intern festgelegt und muss vom Aufsichtsrat genehmigt werden. 

Häufige Fragen zum 360° Journalist:innen Traineeship

Die Trainees sind für die komplette Dauer des Traineeships bei der Mediengruppe Wiener Zeitung angestellt und werden für jeweils drei Monate an andere Medienhäuser entsandt. 

Die Rotation durch mehrere Medienhäuser ist ein zentraler Bestandteil des Konzepts: Die Trainees lernen unterschiedliche Redaktionskulturen, Zielgruppen, Arbeitsweisen und Mediengattungen kennen. 

Gleichzeitig profitieren die teilnehmenden Redaktionen vom Wissen und den Perspektiven einer neuen Journalist:innen-Generation. 

Für jeden Durchgang wird ein eigener Kursausschuss eingerichtet, in dem mehrere beteiligte Medien vertreten sind. 

Die Bewerbungen werden nach vorab definierten Kriterien beurteilt. Auf schriftliche Bewerbungen folgen strukturierte Gespräche und ein Assessment Center. 

Die Regeln des Verfahrens sind in einer öffentlich einsehbaren Geschäftsordnung festgehalten. Darin sind sowohl die Kriterien für die Aufnahme von Kooperationspartnern als auch die Grundzüge des mehrstufigen Auswahlverfahrens für Trainees geregelt.  

Für jeden Durchgang wird ein eigener 360°-Kursausschuss gebildet. Seine Mitglieder beraten die inhaltlichen Schwerpunkte des jeweiligen Jahrgangs und legen gemeinsam das Stelleninserat sowie die gesuchten Anforderungen an die Bewerber:innen fest.  

In der ersten Stufe reichen die Bewerber:innen die geforderten Unterlagen ein, etwa Lebenslauf, Motivationsschreiben, Textproben, Video und Fragebogen. Die Bewerbungen werden anhand standardisierter Kriterien vorgeprüft. Dazu zählen unter anderem Recherche- und Schreibfähigkeit, medienbezogene Zusatzqualifikationen, Innovationspotenzial und fachliche Kenntnisse. Die Anforderungen dazu sind im Stelleninserat in zusammengefasster Form erkennbar.  

Auf die schriftliche Bewerbung folgen Gespräche und ein zweitägiges Assessment Center unter Beteiligung der Mitglieder des 360°-Kursausschusses. Jedes Mitglied bewertet die Kandidat:innen vertraulich nach einem einheitlichen Punktesystem.  

Auf Basis dieser Bewertungen erstellt die Mediengruppe Wiener Zeitung einen Zuteilungsvorschlag. Dabei werden die Profile und Präferenzen der Bewerber:innen, die Anforderungen der Partnerredaktionen und die abgegebenen Bewertungen berücksichtigt. Der Vorschlag wird dem 360°-Kursausschuss zur Entscheidung vorgelegt. Die Partnerredaktionen können bei begründeter fehlender Passung von ihrem Vetorecht Gebrauch machen. Bislang wurde dieses Recht nicht in Anspruch genommen.  

Nach der finalen Abstimmung werden die Bewerber:innen über die vorgesehene Zuteilung informiert. Stimmen sie dieser zu, erfolgt die Vertragsunterzeichnung.  

Das Verfahren bindet die Partnerredaktionen in alle wesentlichen Schritte ein und stellt gleichzeitig sicher, dass die Bewerber:innen nach einheitlichen Kriterien beurteilt werden. Dabei werden auch die jeweiligen Anforderungen und Bedürfnisse der Partnerredaktionen berücksichtigt. Die Mediengruppe Wiener Zeitung trägt dabei als Dienstgeberin die rechtliche und organisatorische Verantwortung.

Diversität ist ausdrücklich erwünscht und wird im gesamten Auswahlverfahren bewusst berücksichtigt. Die Ausschreibung richtet sich ausdrücklich an Menschen aus nicht akademischen Familien bzw. mit unterschiedlichen Bildungswegen, sozialen Hintergründen, Lebensrealitäten und Perspektiven.  

Die Auswahl erfolgt anhand einheitlicher Kriterien wie Recherchefähigkeit, journalistischem Potenzial, Kommunikationsstärke und Teamfähigkeit. Persönliche Merkmale wie Herkunft, Alter, Geschlecht, Religion oder soziale Situation sind keine Bewertungskriterien.  

Durch die Beteiligung mehrerer Medienpartner im 360°-Kursausschuss fließen unterschiedliche Perspektiven in die Entscheidung ein. So wird verhindert, dass die Auswahl von einzelnen Personen oder nur einer redaktionellen Sichtweise geprägt wird.  

Die öffentlich zugängliche Geschäftsordnung schafft dafür einen klaren und nachvollziehbaren Rahmen. Erkenntnisse aus früheren Auswahlverfahren werden laufend genutzt, um mögliche Barrieren zu reduzieren und den Zugang für unterschiedliche Bewerber:innen weiter zu verbessern.  

Damit verbindet das Verfahren faire Auswahlkriterien mit dem Ziel, unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven im Journalismus stärker abzubilden.  

  • Redaktionsstatuten der Partnermedien:
    Während einer Entsendung unterliegen die Trainees dem Redaktionsstatut oder einem gleichwertigen Schutzinstrument des jeweiligen Partnermediums. Ein solches Regelwerk ist verpflichtende Voraussetzung, um überhaupt Partnermedium des 360° Journalist:innen Traineeships werden zu können. 
  • Redaktionelle Verantwortung liegt bei den Partnermedien:
    Themenauswahl, Recherche, Veröffentlichung und alle weiteren redaktionellen Entscheidungen liegen ausschließlich beim jeweiligen Partnermedium. 
  • Kein politischer oder institutioneller Einfluss:
    Weder die Bundesregierung noch die Eigentümervertretung können auf die redaktionelle Arbeit der Trainees Einfluss nehmen. Die Mediengruppe Wiener Zeitung finanziert und organisiert das Traineeship und ist Dienstgeberin der Trainees, nimmt aber keinen Einfluss auf deren journalistische Arbeit in den Partnerredaktionen. 
  • Auswahl durch ein breit besetztes Gremium:
    Die Auswahl der Trainees erfolgt durch den 360°-Kursausschuss, in dem mehrere Partnerinstitutionen vertreten sind. Entscheidend sind fachliche und persönliche Kriterien. Politische Zugehörigkeit, weltanschauliche Nähe oder eine bestimmte inhaltliche Ausrichtung spielen bei der Auswahl keine Rolle. 
  • Transparente und dokumentierte Verfahren:
    Zuständigkeiten, Rollen und Entscheidungswege sind in einer öffentlich einsehbaren Geschäftsordnung festgelegt. Auswahl, Praxisprogramm und Entsendung erfolgen damit nach einheitlichen, dokumentierten und überprüfbaren Kriterien. 
  • Journalistische Qualitätsstandards als Teil des Praxisprogramms:
    Das Programm vermittelt unter anderem journalistische Ethik, Pressefreiheit, Quellenkritik, redaktionelle Unabhängigkeit und den verantwortungsvollen Umgang mit Interessenkonflikten. 

Das 360° Journalist:innen Traineeship stärkt den österreichischen Medienmarkt auf mehreren Ebenen. 

  • Praxisprogramm:
    Die Trainees sammeln ein Jahr lang praktische Erfahrung in drei unterschiedlichen Redaktionen und ergänzen diese durch gezielte Workshops. So lernen sie verschiedene Medienhäuser, Arbeitsweisen und journalistische Kulturen kennen und entwickeln ein breites Verständnis für den Medienmarkt. 
  • Zusammenarbeit über Mediengrenzen hinweg:
    Mehrere österreichische Medienunternehmen arbeiten in einem gemeinsamen Praxisprogramm zusammen. Das schafft Austausch zwischen Redaktionen, fördert Wissenstransfer und stärkt gemeinsame Qualitätsstandards. Gleichzeitig unterstützen die Trainees die Partnerredaktionen im Arbeitsalltag und bringen eigene Perspektiven, digitale Kompetenzen und Wissen über jüngere Zielgruppen ein. 
  • Aktuelles Know-how für einen sich verändernden Medienmarkt:
    Das begleitende Workshop-Programm vermittelt Kompetenzen, die für den Journalismus zunehmend wichtig werden – von Fact-Checking und Medienrecht bis zu digitalen Formaten, Innovation und KI-Kompetenz. Die Inhalte werden für jeden Durchgang an aktuelle Entwicklungen angepasst und mit dem Beirat abgestimmt. 
  • Mehr Perspektiven durch Rotation:
    Durch die Einsätze in drei unterschiedlichen Redaktionen lernen die Trainees verschiedene Zielgruppen, Medienlogiken und redaktionelle Zugänge kennen. Das erweitert ihren Blick auf Journalismus und unterstützt eine vielfältigere Berichterstattung. 

Das Traineeship verbindet damit Praxiserfahrung, Zusammenarbeit und Wissenstransfer und trägt so dazu bei, journalistische Qualität, Medienvielfalt und Innovationsfähigkeit in Österreich langfristig zu stärken. 

Noch Fragen?

Transparenz bedeutet für uns nicht nur, Dokumente online zu stellen, sondern Zusammenhänge verständlich zu erklären. 

Wenn auf dieser Seite eine Information fehlt, eine Formulierung unklar ist oder weiterführende Unterlagen benötigt werden, freuen wir uns über Hinweise und Fragen. 

Fragen & Hinweise: presse@wienerzeitung.at